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ie Gausommerfahrt auf den Bundeshof (01. - 08.09.07)


Dieser Bericht von Johannes Küchle erschien am 15.03.2009 um 16:25 Uhr.

Sa, 1.9. Anreise:

Der Anreisetag begann für die Badenweilerer am frühesten, die um 9:00Uhr vom Bus aufgesammelt wurden. Nach und nach wurden die restlichen Pfadfinder aufgesammelt, bis schließlich alle 46 Teilnehmer auf dem Weg zum Bundeshof waren.
Die Fahrt dauerte erwartungsgemäß lange, vor allem weil noch einig kurze Staus hinzukamen. Aber uns wurde nicht langweilig, da gab es so viel zu erzählen, alte Freunde wurden begrüßt, neue Freundschaften schon geschlossen und außerdem konnte man ja noch Karten spielen oder schlafen. Gegen Abend kamen wir dann endlich auf unserm Hof in Birkenfelde an. Das Gepäck wurde ausgeladen und die Schlafräume bezogen, danach erhielten wir eine Hofführung und die Erlaubnis den Hof zu „erobern“.
Nach dem Abendessen, einer Singerunde und der Abendandacht krochen wir in die Schlafsäcke.

So, 2.9. Gottesdienstbesuch, Postenlauf:

Diesen Morgen wurden wir früh um 7 Uhr geweckt, da wir den Gottesdienst im Nachbarort besuchen wollten. Nach dem Frühstück brachen wir also alle nach Schönhagen auf.
Der katholische Gottesdienst war wegen uns mehr als doppelt so gut besucht als sonst und in der kleinen Kirche war fast kein Platz mehr frei. Der Pfarrer hatte zwar einen Stimme die mehr zum einschlafen als zum zuhören anregte, aber die Predigt war so gut, dass die meisten ihr trotzdem aufmerksam folgten.
Am Nachmittag wurde zunächst das Wolfsspiel gestartet. Es wurden Karten verteilt, welche unter allen einen Wolf bestimmten. Dieser Wolf hatte die Aufgabe, die Lagerteilnehmer „umzubringen“. Gefasst konnte er werden indem ihn drei noch Lebende verdächtigten.
Danach wurden wir in Gruppen für den Postenlauf aufgeteilt. Da galt es mit bloßen Händen Wasser zu transportieren, Rasenski zu laufen, ein schwieriges Rätsel zu lösen (nur einer Gruppe gelang dies), durch ein Spinnennetz zu schlüpfen, Idiotentests zu bestehen, möglichst lang am Baum zu hängen (leider hatte keine Gruppe ein Faultier dabei…) und schließlich möglichst viele Papierboote zu falten. Dieses abwechslungsreiche Programm bereitete uns allen und vor allem der Siegergruppe viel Spaß, die beim Abendessen als erstes in aller Ruhe ein Brot richten durften.
Am Abend gab es verschiedene Angebote: Wer wollte konnte an der Spielerunde teilnehmen, außerdem bildete sich eine kleine Singerunde und es gab noch die Vorlesegruppe, bei der Annette, Philipp und Samoth aus dem satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch von Michael Ende vorlasen. Nach der Andacht war unser erster richtiger Tag auf dem Bundeshof vorbei.

Mo 3.9. 1.Bautag, Nachtgeländespiel:

Nach dem Wecken und dem Frühstück machten wir eine kurze Wanderung zu dem Weißen Kreuz in der Nähe von Birkenfelde.
Nach dem Mittagessen ging es frisch ans Werk. Mehrere Bauprojekte standen an: Zum einen musste ein Weg zum Hühnerstall gebaut werden. Dazu musste zunächst per Spaten die Erde entfernt werden. Als der Sand vom Baumarkt geholt war wurde er als Fundament auf dem Weg verteilt und dann konnten die Natursteinplatten gelegt werden.
Eine andere Gruppe widmete sich dem Kompost. Zunächst musste der alte Kompost abgerissen und leer geschaufelt werden. Außerdem wurden die Bretter für den neuen Kompost gestrichen.
Weiterhin wurden Äpfel geerntet und daraus Apfelmus gekocht, der Hof von oben bis unten geputzt, der Staufener Stammesbus von Kleberresten befreit und Holz zum Warmwassermachen beim Duschen gehackt.
Unterbrochen vom Mittagessen dauerte die Arbeit bis zum Abend an.
Im Laufe des Tages wurde der erste Wolf entlarvt. Die Staufener Mädchen aus der Küche hatten den richtigen Riecher und verdächtigten Tobias aus Heitersheim. Noch am Abend wurde eine neue Runde „Wolf“ gestartet.
Nach dem Abendessen brachen wir dann alle zum Nachtgeländespiel auf. Hierbei galt es, im stockdunklen Wald in Zweiergruppen Posten die bestimmte Geräusche machten der Reihe nach zu finden. Dieses Geländespiel machte sowohl den Posten (die sich im Dunkeln amüsieren konnten, wenn die Gruppen planlos an ihnen vorbeistolperten) als auch allen Spieler, für die es eine ganz neue Erfahrung war, im absolut dunklen Geräusche herauszuhören und zu orten, einen riesen Spaß. Nach etwa eineinhalb Stunden hatten schließlich Engelbert und Pascal das Spiel gewonnen, aber auch andere hatten fast alle der zwölf Geräusche gefunden.
Müde aber zufrieden mit dem arbeits- aber auch spaßreichen Tag gingen wir zurück zum Hof, wo wir nach der Taizéandacht in unsere Schlafsäcke fielen.

Di 4.9. Abschluss der Bauarbeiten, Spiele für viele:

Am Morgen des Dienstages wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Der Weg wurde mit einigen letzten Handgriffen fertig gestellt, und die Fugen mit Sand geschlossen. Der Kompost wurde gebaut und bekam seine Rampe für die Schubkarre. Dem SSB wurde letzter Glanz verliehen und noch einige Kilo Apfelmus gekocht. Bis zum Mittagessen waren alle Arbeiten abgeschlossen.
Nachmittags gingen wir auf eine Wiese um uns bei Spielen auszutoben. Nach einem Aufwärmen mit Kettenfangen ging es bei zwei Runden Britisch Bulldog zur Sache. Wir hatten alle viel Spaß und der ein oder andere konnte auch stolz einen blauen Fleck vorweisen…
Nach dem anstrengenden Tag wurde wieder in Vorlese-, Spiele- und Singegruppe aufgeteilt.
Abgeschlossen wurde Tag mit einer weiteren schönen Taizéandacht.

MI 5.9 Stadtspiel, Theaterprobe, Modenschau:

Der Morgen begann nach dem Frühstück mit einen Stadtspiel. Dabei hatte jede Gruppe die Möglichkeit auf der Suche nach den sechs Posten Birkenfelde kennen zu lernen. Jeder der Posten hatte eine Aufgabe für die Gruppen, die von Witz erzählen, Lied singen über das Vorlesen der Erklärung des Wortes „satanarchäolügenialkohöllisch“ bis hin zu der Frage: „Wer wohnt in Der Steinsche Platz 128b?“ reichten. Bei Erfüllung der Aufgabe bekam man eine Karte mit einem Wort. Mit allen sechs Teilkarten bildete man nun einen Teilsatz. Zu guter Letzt musste man die Gruppe suchen, die den passenden Teilsatz hat. Der erste gesamte Satz gewann das Spiel.
Nach Mittagessen und etwas Freizeit ging es nun an die Theaterproben. Dazu gab es stammesweise Gruppen die je ein Theaterstück am Freitag aufführen würden und für die Modenschau am Mittwochabend zwei Kostüme entwerfen mussten. Den ganzen Nachmittag wurde geplant, alles kostümfähige was greifbar war zusammengerafft und an dem „Models“ rumgezupft bis alles saß. Außerdem wurden schon Drehbücher für den Freitag geschrieben.
Nach dem Abendessen ging es dann los. Die Modenschau war auf jeden Fall ein großer Erfolg. Die Kostüme waren überraschend ausgefallen und auch ausgefeilt. Das reichte vom Lemuren aus Seelbach (Morgen im Kino: Madagaskar) bis hin zum edlen Abendkleid oder der Männermode wie in Shakespeares Zeiten mit Strumpfhosen. Außerdem hatten wir einen gefährlichen Biker, einen ehrwürdigen Patriarchen, coole Kartenspieler und zu guter Letzt den eigenwilligen Designer Florian „homo“ … mit seinen sexy Models im hautengen muscle shirt mit sexy kurzen bzw. eng anliegenden Hosen.
Diese überzeugende Darbietung konnte die hochkarätige Jury, die nach besonderen Kriterien, wie Rockbarkeit oder Musik zur Darbietung, bewertete, schließlich am meisten überzeugen.
Dann gab es wieder einen Taizéandacht und alle gingen in die Schlafsäcke.

Do, 6.9. Wanderung auf die Burg Hanstein, Kinoabend:

Am Morgen, gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur ca.8km entfernten Burg Hanstein. Das Wetter war leider schlecht, die Wolken hingen extrem tief und es war ziemlich kühl. Dennoch war die Laune auf dem Weg sehr gut. Da wurde gesungen, lustige Wanderspiele gespielt oder sich angeregt unterhalten. So ging die Zeit schnell vorbei und da wir gut vorangekommen waren kamen wir früher als erwartet auf der Burg an. Dort gab es gegen Mittag BWK. Dann besichtigten wir die Burgruine, die einiges zu bieten hatte. Da gab es einen Pranger, einen hohen Turm, den Rittersaal, die Folterkammer und viele verborgene Winkel die entdeckt werden wollten. Die Aussicht war durch die Wolken bzw. den Nebel leider sehr beschränkt.
Als an den Heimweg beschlossen einige Ältere noch einen Umweg über eine bündische Burg 4km entfernt zu machen. Während also der Großteil direkt zum Hof zurück ging erweiterten 11 Leute die Wanderung um einige Kilometer um die bündische Burg zu besuchen. Sie hatten das Glück, dass das Wetter aufklarte und die Aussicht vom Turm der Burg großartig war. Mit einem Abstecher über die Teufelskanzel die eine weitere tolle Aussicht über das Werratal bot wanderten sie wieder zum Hof.
Am Abend folgte für die müden Wanderer der Kinoabend mit Pizza. Leider spielte der Backofen der Küchencrew einen Streich, sodass immer nur einen Pizza im Ofen gemacht werden konnte. Aber abgelenkt durch die Filme Madagaskar und Born to be wild konnten wir auch dieses Pech verschmerzen. Die Filme kamen sehr gut an, und wir lachten viel. Nachdem die Jüngeren ins Bett gegangen waren schaute einige Größere noch den dritten Film, Nachts im Museum. Auch dieser Film garantierte wieder einige Lacher und so gingen schließlich die Letzten zufrieden mit dem Tag ins Bett.

Fr. 7.9. Hofdienste, Theaterproben, Theaterabend:

Der Freitagmorgen begann mit der groß angelegten Hofputzaktion. Es wurde überall gestaubsaugt, alle Fenster geputzt, der Kachelofen abgewischt, die Sanitäranlagen geputzt, Türen gesäubert, Unkraut aus dem Weg entfernt, gefegt. Keiner war ohne Beschäftigung und so erstrahlte der Hof gegen Mittag in neuem Glanz für den Tag der offenen Tür am Sonntag. Nach dem Mittagessen gab es den ganzen Nachmittag über die letzen Theaterproben.
Das Abendessen war super. Es bestand aus echten Thüringer Rostbratwürstchen, Kartoffeln, Erbsen, Rotkraut und noch anderem Gemüse. So wurde jeder satt und es kam auch jeder voll auf seine Kosten.
Nun stand der letzte Höhepunkt der Fahrt an: Der Theaterabend. Die Bandbreite der Darbietungen war überwältigend. Da gab es Romeo und Julia, einen reimenden verlorenen Sohn, eine Interpretation der Ringparabel, Aschenputtel und ein Stück über die Marslandung im Jahre 2055. Unterbrochen und aufgelockert wurden die lustigen bis tiefsinnigen Darbietungen von Werbepausen für beispielsweise Birkenfelder Luft oder Hörgeräte von T. Philipps. Die Stimmung war ebenso großartig wie die Theaterstücke selbst und auch die zu uns gestoßene Bundesführung kam auf ihre Kosten. Abgeschlossen wurde der Abend mit einer Taizéandacht und schließlich einer Singerunde ums Feuer mit Chai und Popcorn.

Sa. 8.9. Heimfahrt:

Am Samstagmorgen wurden wir früh geweckt um noch vor dem Frühstück die Rucksäcke zu packen. Nach dem Frühstück mussten nun die Schlafräume endgültig geräumt und gesäubert werden. Außerdem musste die Küche aufgeräumt und die Waschräume gesäubert werden. Wir schafften alles pünktlich, sodass wir uns schon um 10:30 Uhr nach dem Abschlusskreis in den Bus setzen konnten. Die lange Heimreise überbrückten wir mit lesen, Karten spielen und vor allem tratschen. Adressen wurden mit neu gefundenen Freunden ausgetauscht und schon die Nachbereitung der Fahrt mit einer Pro-Kontra-Liste durchgeführt. Nach und nach setzte uns der Bus schließlich zwischen Lahr und Badenweiler ab.

Insgesamt war die Sommerfahrt auf den Bundeshof ein voller Erfolg. Wir hatten unheimlich viel Spaß, lernten „unsern“ Hof kennen und konnten ihn mitgestalten, neue Freundschaften im Gau entstanden und erlebten viele unvergessliche Momente, sodass sich jeder Teilnehmer gerne an diese Fahrt erinnern wird.
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