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as Gaulager am Hühnersedel / Jubiläum Ettenheim (09. - 12.05.2008)

Dieser Bericht von Johannes Küchle erschien am 11.04.2009 um 15:30 Uhr.

Freitag 9.5. Anreise/Aufbau:
Nachdem die Lahrer und einige Seelbacher bereits am Donnerstag auf dem Lagerplatz angekommen waren, fanden sich im Laufe des Freitagnachmittag auch die Teilnehmer aus Ettenheim, Diersburg, Badenweiler, Heitersheim und Staufen auf dem am Hühnersedel gelegenen Lagerplatz mir Blick über das Rheintal ein. Das Wetter war, wie schon die ganze Woche zuvor sonnig und angenehm warm, sodass alle trocken und ohne Matsch ihre Zelte aufbauen konnten.
Nach der Begrüßung durch uns als Ausrichter gab es am Abend noch eine Andacht bevor alle mit Vorfreude auf die nächsten Tage schlafen gingen.

Samstag 10.5.
Aufbau/Highlandgames/Bunter Nachmittag/Großes Festessen/Nachtgeländespiel:
Der Samstagmorgen war dem restlichen Aufbau vorbehalten. Da galt es die Bannermasten zu stellen, die Sitzkreise zu vervollständigen und vor Allem viel Brennholz zu machen.
Nach dem Mittagessen in den Stämmen gab es einen ersten Programmpunkt, die Highlandgames. Dazu wurden sechs Gruppen eingeteilt, die nacheinander sechs Stationen zu absolvieren hatten: Steinweitwurf, Tauziehen, Highlandschubkarre fahren, Wanderstiefelweitwurf, Tossing the Caber und Teebeutelweitwurf. Diese anstrengende Einstimmung auf das Lager machte sehr viel Spaß und half vor dem Bunten Nachmittag alle aufzulockern.
Nun kam der Bunte Nachmittag. Dazu war jeder Stamm dazu aufgefordert gewesen, einen Beitrag zum Thema Freiheit vorzubereiten. Badenweiler begann mit einem Improtheater bei dem den zahlreichen Teilnehmern die Möglichkeit gegeben wurde durch freie Dialoge in das Geschehen einzugreifen. Wie gewünscht bezog sich der Beitrag auf das Thema Freiheit und spielte in einem Kloster im Mittelalter wobei er die Ungerechtigkeit die damals oft herrschte gut zeigte. Auch wenn etwas unkonventionelle Strafen, wie etwa Liegestützen ausgesprochen wurden.
Die Lahrer Kreuzritter hatten einen interessanten und ansprechenden Beitrag vorbereitet, der sehr präzise die Geschehnisse während der Bauernkriege 1524/25 zeigte. Informationsteile wechselten sich mit Schauspieleinlagen ab.
Diersburg zeigte zwei witzige Sketche, die von den jungen Mitgliedern des Stamms ansprechend vorspielt wurden.
Ein weiteres Highlight war der Beitrag von Heitersheim. Dabei ging es um einen Gefängnisausbruch. Liebevoll inszeniert und unheimlich witzig ausgeführt wurde eine Flucht gezeigt, auf der der Flüchtende alle überholt, nebenbei ein Wettrennen gewinnt, betet, allerlei erlebt und zuletzt sogar einen Rentierschlitten überholt, bevor er durch eine schöne Frau abgelenkt gegen einen Pfosten rennt und gefasst wird.
Die Pfadis aus Staufen hatten Schneewittchen neu inszeniert mit den hässlichen Schwestern, den Prinz unsrer Träume, der Guten Fee und einem lockigen Schneewittchen, das völlig emotionslos sooo glücklich oder auch soooo traurig war. Der Prinz: „Ich bin sooo schön“; Schneewittchen emotionslos: „Okay!“; der Prinz: „Wir werden heiraten“; Schneewittchen emotionslos: „Okay!“; der Prinz: „Wir werden viele Kinder haben!“; Schneewittchen emotionslos: „Okay!“, usw. zum Schieflachen!
Zuletzt versteigerte Seelbach ein Erinnerungspaket vom Gaulager, bestehend aus Hanteln aus Diersburg, Verbandsmaterial aus Ettenheim, Nicht-Schuhen aus Badenweiler, einer Nicht-Pünktlichkeitsuhr aus Staufen, dem Strohhut des Gauführers sowie einem Stück Kuchen.
Das Paket wurde meistbietend an Heitersheim für ein halbes Kilogramm Fleischkäse sowie ein Kilo Bratkartoffeln versteigert. Der Erlös kam natürlich Ettenheim als Jubilar zugute. Außerdem hatten wir schon ein neues Beil, Kerzenhalter und eine Hängematte geschenkt bekommen hatte.
Nachdem es noch etwas Freizeit gegeben hatte folgte das große Festmahl, das Ettenheim für den ganzen Gau ausrichtete. Zunächst gab es einen Fruchtcocktail, sodass alle auf den Jubilar anstoßen konnten. Als Vorspeise gab es fünf verschiedene Suppen: Tomate-Knoblauch, Maiscremesuppe, Nudelsuppe, Apfel-Currysuppe und Kartoffelsuppe. Alle Suppen schmeckten so gut, dass sie obwohl reichlich vorhanden war fast alle leer wurden. Der Hauptgang bestand aus klassischem Döner. Dazu gab es Fladenbrot, Rotkohl, Salat, Feta, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Fleisch und natürlich Knoblauchsoße. Als alle satt waren blieb noch etwas Zeit bevor wir zum Nachtgeländespiel aufbrachen. Als Wegzehrung gab es noch den Nachtisch: Fruchtspieße, die mit Schokolade überzogen worden waren – einfach lecker! Der Küche sei ein Trulala!
Als Vorbereitung für das Spiel wurden die Teilnehmer ein zwei große Gruppen unterteilt: Bauern und Obrigkeit. Diese wiederum wurden in neun Dreiergruppen unterteilt. Diese Gruppen hatten nun die Aufgabe in einem abgesteckten Waldstück in einer festen Reihenfolge Posten mit Geräuschen, wie z.B. Käuzchenschrei, Zeitungsrascheln oder singen zu finden. Dann durfte die Gruppe ein Rohstoffkärtchen ziehen, das am nächsten Tag beim Geländespiel gebraucht werden würde. Nach diesem spannenden und von einer stillen Atmosphäre geprägten Spiel und einer kurzen Andacht ging es spät in die Zelte und nach diesem ereignisreichen Tag dürfte allen das Einschlafen leicht gefallen sein.

Sonntag 11.5. Geländespiel/ Gottesdienst/ Aufnahmen:
Nach der Morgenandacht und dem Frühstück brachen wir auf zum großen Geländespiel. Nun durften die Bauern gegen die Obrigkeit kämpfen. Dazu wurden Lebensbändel verwendet wobei jeder feindliche Lebensbändel, der im Lager abgegeben wurde einen Punkt gab. Außerdem gab es Punkte für Bauwerke wie Wachtürme, die aus den Rohstoffen vom Vortag und weiteren Rohstoffen, die auf dem Spielfeld vereinzelt zu finden waren, gebaut werden konnten. Fünf Zusatzpunkte gab es für die Goldmünzen, die auch auf dem Spielfeld zu finden waren. So konnte sich jeder aussuchen, ob er eher kampflustig war oder unauffällig nach Rohstoffen und Münzen suchen wollte. Es entspann sich mancher spannende Kampf und so mancher kleine Schatzsucher war erfolgreich. Am Ende hatten die Bauern die Nase deutlich vorne, doch auch die Pfadis, die in die Rolle der Obrigkeit geschlüpft waren hatten eindeutig ihren Spaß gehabt.
Nach der Stärkung durch das Mittagessen kam der Gottesdienst, zu dem Pfarrer Schleifer aus Ettenheim extra auf den Lagerplatz gekommen war. Auch der Gottesdienst hatte mit dem Thema Freiheit zu tun, wobei vor allem ein neues Beispiel von Befreiung im Vordergrund stand: Martin Luther King und die Civil-Rights Bewegung in den USA. Dazu hörten wir ein spannendes Interview mit Martin L. King (Johannes) persönlich.
Auf den Gottesdienst folgte eine lange Mittagspause in der sich alle von den Strapazen des Geländespiels erholen konnten. Da das Wetter immer noch phantastisch war gab es neben denen, die sich in der Sonne räkelten auch jene, die eine kleine Wasserschlacht vorzogen. Über den Nachmittag verteilt gab es auch noch ein Sippenführertreffen sowie ein Akelatreffen zum Erfahrungsaustausch.
Nach dem Abendessen folgte ein schöner Schweigemarsch bevor wir im Schein des tollen Pagodenfeuers, das Staufen errichtet hatte die Aufnahmen stattfanden. Der Abend dauerte noch lange und bei vielen Lieder und der ein oder anderen Tasse Tschai konnten wir das Lager am Feuer ausklingen lassen.
Die Nacht wurde nochmals kurz durch den unerwarteten Überfall durch VCPler aus Herbolzheim gestört, die allerdings etwas unerfahren in Sachen Überfall waren, fragten sie doch ob sie die Zelte auch hätten legen dürfen und wo den die Banner seien, die sie klauen wollten.

Mo 12.5. Abbau
Nach der Morgenandacht kam der Abbau, der zügig vonstatten ging, sodass wir um ein Uhr die Lagerkette beendet hatten und nach der Abschlussrunde das allgemeine Abschiednehmen seinen Lauf nahm.
Soviel steht fest: Wir hatten dieses Jahr wieder ein tolles Gaulager, ausnahmsweise sogar bei bestem Wetter. Spiel und Spaß kamen bei buntem Abend und den zwei Geländespielen nicht zu kurz und auch genug Freizeit war gegeben. So war das Gaulager, das wir aus Anlass unseres 15jährigen Jubiläums ausrichteten, ein voller Erfolg geworden!
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