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interlager bei Hornberg (02. - 06.01.2009)


Dieser Bericht von Johannes Küchle erschien am 11.04.2009 um 20:10 Uhr.

Es war wieder kalt im Land der Alemannen – Zeit fürs Winterlager!
Schon als wir am Unterschembachhof ankamen war klar, dass wir viel Schlitten fahren würden: Der „Haushang“ (klein aber fein) lag dauerhaft im Schatten und dort lag deshalb noch Schnee. Nach und nach trudelten die Teilnehmer ein: Die Lahrer, dann Ettenheim, später die Badenweilerer und schließlich die Heitersheimer. Nachdem alle die Zimmer bezogen hatten trafen wir uns zum Gauprojekt: Zusammen wurde ein Altartuch gestaltet sowie ein schönes großes Holzkreuz hergestellt. Ab jetzt werden wir sie auf dem Gaulager für unsere Gottesdienste nutzen können. Nach dem Abendessen wurde noch eine Runde gesungen bevor alle in ihre Betten krochen.
Die nächsten Tage waren angefüllt mit abwechslungsreichem Programm. Wir machten Spiele für viele, hatten ein aufregendes Schmugglerspiel und erlebten einen Kleinkunst-abend mit Vorlesen, singen oder spielen. Wir machten eine Schneewanderung und hatten einen Musicalabend. Dabei spielten die Ettenheimer die Bremer Stadtmusikanten, Baden-weiler widmete sich dem „Tischlein deck dich“ und Heitersheim führte „Schneewittchen und der Tagedieb“ auf, wobei sie die Erzählung weitgehend mit Liedbruchstücken aus dem Tagedieb bestritten. Ein Hauschaotenspiel mit „Oxford-Camebridge“-Einlagen brachte uns richtig zum schwitzen. Natürlich wurde das Programm durch tägliches Schlittenfahren, Tischtennis, Spielerunden oder auch einfach mal ausruhen aufgelockert. Besonders toll war, dass es an den letzten beiden Tagen sogar Neuschnee gab, der dann alles weiß werden ließ.
Die Küche (Lahr) versorgte uns dabei mit reichhaltigem und leckerem Essen, wo von Kar-toffelsalat über Wienerle, eine geniale Bolognese, Tortelini Carbonara, Fischstäbchen und Rührei bis zum BWK mit Gurken, Maiskölbchen, Paprika und Karotten nichts fehlte.
Die Tage verliefen in einer angenehmen locker bis heiteren Atmosphäre in der gerade bei den Jüngeren aus zunächst Unbekannten gute Freunde wurden. Leider hatten wir auch zwei Verletzungsfälle, die aber halbwegs glimpflich abliefen.
Am letzen Abend gab es drei Späheraufnahmen, Sarah, Philipp und Johannes wurden von Claudius in den neuen Stand aufgenommen. Bei der Singerunde mit Tschai konnten wir dann noch mal alles geben bevor ein schönes Winterlager zu Ende ging.


Der Wald ist ruhig und friedlich.

Der Schnee fällt stetig in winzigen Eiskristallen,
doch durch die Wolken blinzelt der Halbmond.
Kleine gepuderte Tännchen säumen den verschneiten Pfad,
den knorrige Wurzeln durchkreuzen.
Sanft streicht der Wind durch die gefrorenen Nadeln.
Der Geruch von Harz wird durch den einzigartigen Schneegeruch überdeckt.
Kalt, feucht und schwer ist die Luft.

Flackernde Fackeln züngeln durch die eiskalte Luft.
Etwas Ruß wirbelt davon.
Das warme Licht dringt zwischen die dunklen Stämme
und flutet über den verschneiten Waldboden,
doch es versickert schnell in der Dunkelheit.
Der Wald gibt seine nächtlichen Geheimnisse nicht preis.

Es geht bergab.
Ein Ast knackt.
Schweigende Gestalten folgen mit andächtigen Schritten dem tanzenden Licht.
Ihr Atem geistert schimmernd durch den Wald.
Der Schnee knirscht leise unter den Füßen.

Der Waldsaum erscheint plötzlich aus der Dunkelheit.
Eine verschneite Wiese schwingt sich den Hang hinab.
Wir stapfen durch die makellose weiße Fläche.

Dann sind wir am Ziel.
Bei den Aufnahmen hallen die feierlichen Stimmen durch den angrenzenden Wald.
Die verfrorenen, aber glücklichen Späher werden von ebenso verfrorenen Freunden beglückwünscht.

Das Haus mit dem warmen Ofenzimmer erwartet uns im Tal.
Der Tschai dampft schon.
Die Klampfen warten sehnsüchtig.
Die Singerunde ist wild, laut, energisch, voll Feuer,
dann wieder leise, gefühlvoll, sanft, voller Sehnsucht.
Das Winterlager der Alemannen geht zu Ende.

Der Wald ist wieder ruhig und friedlich – er wartet auf uns, bis wir wiederkommen.
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