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ippenstunde einmal anders


Dieser Bericht von P.B. erschien am 29.12.2010 um 12:03 Uhr.

Sippe Specht stapelt hoch

Am Montag, den 4. Oktober begab sich die Sippe Specht des Stammes Dietrich Bonhoeffer Ettenheim aus dem Gau Alemannen sprichwörtlich auf den Bau.
Aus säckeweise Stapelparketthölzchen wollten wir Türme und sonstige Konstrukte kreieren; Ziel war es, möglichst hoch zu stapeln, Türme zu errichten, die man mit dem Erbauer belasten konnte und ausgedehnte Brücken zu bauen.
Zuerst wunderten wir uns noch alle ein wenig, einige meinten gar, aus diesem Alter doch nun wirklich schon heraus zu sein, doch schon bald hatten sich Zweckgemeinschaften gebildet, die wie die Wilden drauflos bauten und sich kleine Kämpfe um Nachschub an Baumaterial lieferten. Schnell zeigte sich, wer gut geplant hatte, und die ersten Türme wuchsen in die Höhe, wurden lautstark begrüßt und immer weiter ausgedehnt. Doch nicht nur die Höhe zählte. Mit zunehmender Übung verzierten wir die Türme, installierten kunstvolle Innenleben und versuchten uns an ausladenden Brückenarmen. Doch gerade letzteres erwies sich als ziemlich schwer, hier bestand nur der erfahrene Tüftler.
Sobald ein Turm zur Zufriedenheit der Erbauer fertiggestellt war, wurde er in der Runde präsentiert und ggf. mit dem Erbauer belastet und dann folgte der genüssliche Abriss, bei dem nur mit Hölzchen abwechselnd auf das Bauwerk gezielt wurde. Hierbei erwies sich die wirkliche Standfestigkeit der Türme und so mancher stabil wirkende Turm brach wie ein Kartenhaus zusammen, andere, filigran wirkende Gebäude hielten dem Beschuss lange stand.
Kaum war ein Gebäude niedergerissen, entstanden natürlich neue, sodass dauerhaft eine kleine Stadt vorhanden war. Oft kam es vor, dass zwei eigenständige Bauwerke miteinander vernetzt und weiterentwickelt wurden, genauso, wie sich verschiedene Bau- und Errichtungsstile entwickelten.
Kurz vor Ende der Sippenstunde fingen wir noch an, in einen nahen Holzstapel hinein eine „hängende“ Stadt zu bauen. Von vielen wurde dieses Projekt zunächst belächelt, aber bald schon reichten alle Hölzchen um Hölzchen, um das große Balkonbauwerk mit seinen unzähligen wackeligen Stiegen größer werden zu lassen.
Diese Sippenstunde lehrte uns viel über Stabilität, Konstruktion, Machbarkeit und Teamarbeit, aber vor allem bereitete sie uns wahnsinnig viel Spaß, wir können sie daher jeder Sippe empfehlen.
Stapelparketthölzchen gibt es bei allen Parkettherstellern als Ausschussware zum Anfeuern, den Sack für ungefähr 8 €; wir haben zu neunt mit drei Säcken ausgiebigst gebaut.


Variante für den Stabilitätsbau aller Kenner und Liebhaber: Das Prinzip des hängenden Steins.
Man nehme einen größeren Stein, befestige ihn an einer Schnur, welche ihrerseits an einem Hölzchen verknotet wird. Mithilfe dieses Gewichtes, das man in den Innenraum der Türme hängt, lassen sich weitreichendere Brückenarme, sowie viel stabilere Bauwerke realisieren.

P.B.
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